Ratgeber · Gesundheit von Heimtieren
Häufige Krankheitssymptome bei Haustieren
Veränderungen bei Hunden, Katzen oder anderen Heimtieren können ein Anlass sein, genauer hinzusehen. Ein Symptom ist ein Hinweis, keine Diagnose. Entscheidend ist oft, was für Ihr Tier im Vergleich zu seinem üblichen Verhalten neu ist.
Veränderungen einordnen
Was Ihnen im Alltag auffallen kann
Beobachten Sie, wann eine Veränderung begonnen hat und ob sie anhält, wiederkehrt oder stärker wird. Die folgenden Zeichen können viele Ursachen haben. Eine Übersicht zu allgemeinen Warnzeichen finden Sie im Merck Veterinary Manual (öffnet in neuem Tab).
Fressen und Trinken
Deutlich weniger oder mehr Appetit und Durst als sonst können wichtige Veränderungen sein. Achten Sie auch darauf, ob Futter liegen bleibt oder das Tier ungewöhnlich häufig trinkt.
Gewicht, Energie und Verhalten
Gewichtsveränderungen, Rückzug, ungewöhnliche Müdigkeit, Unruhe oder ein anderes Verhalten als gewohnt sollten Sie im Zusammenhang betrachten.
Erbrechen und Kotabsatz
Notieren Sie, ob und wie oft Ihr Tier erbricht und ob sich Häufigkeit, Menge, Konsistenz oder Aussehen des Kots verändert haben.
Urinieren
Häufigere oder seltenere Toilettengänge, sichtbares Pressen, Schmerzlaute, Blut oder deutlich weniger Urin sind Gründe, tierärztlich nachzufragen.
Atmung
Eine veränderte, angestrengte oder ungewöhnlich laute Atmung fällt besonders im Vergleich zum normalen Zustand Ihres Tieres auf.
Beweglichkeit und Schmerz
Lahmen, steife Bewegungen, eine veränderte Körperhaltung, Berührungsempfindlichkeit oder ungewohnte Abwehr können auf Beschwerden hindeuten.
Augen, Nase und Haut
Ausfluss, Rötungen, häufiges Blinzeln oder Zukneifen, Niesen, Juckreiz, kahle Stellen oder neue Hautveränderungen sollten Sie beobachten und bei neuen, anhaltenden oder wiederkehrenden Beschwerden abklären lassen.
Zeitnah Rücksprache halten
Wann ist eine tierärztliche Abklärung sinnvoll?
Lassen Sie neue, anhaltende oder wiederkehrende Beschwerden einordnen. Das gilt auch, wenn Fressen, Trinken oder Ausscheidungen sich verändern oder Ihr Tier sich deutlich anders verhält. Es gibt keine allgemeine Wartefrist, die für jedes Tier und jedes Symptom passt. Bei Unsicherheit ist ein früher Anruf in der Praxis ein guter nächster Schritt.
Termin zur Abklärung anfragenNicht abwarten
Bei diesen Warnzeichen sofort Hilfe holen
Atemnot, Kollaps oder Bewusstlosigkeit, Krampfanfälle, starke Blutungen, ein Unfall, möglicher Giftkontakt, starke Schmerzen oder eine rasche Verschlechterung gehören dringend tierärztlich eingeschätzt. Auch wiederholtes oder blutiges Erbrechen oder Durchfall und erfolglose Harnversuche können Notfälle sein. Rufen Sie sofort eine Tierarztpraxis oder den zuständigen Notdienst an. Diese Warnzeichen werden auch vom Merck Veterinary Manual (öffnet in neuem Tab) als dringliche Probleme beschrieben.
Bei Katzen sind häufige erfolglose Versuche, Pressen und kaum oder gar kein Urin ein besonderer Notfallhinweis. Eine Harnröhrenverlegung erfordert sofortige tierärztliche Hilfe, wie das Cornell Feline Health Center (öffnet in neuem Tab) erläutert.
Zur Notfallhilfe: erste Schritte und WarnzeichenAuch bei kleinen Heimtieren genau hinsehen
Hinweise zu Kaninchen und Vögeln
Kaninchen
Frisst ein Kaninchen nicht oder setzt es weniger Kot ab, holen Sie rasch tierärztlichen Rat ein. Auch Durchfall ist ein ernstes Warnzeichen. Das Merck Veterinary Manual empfiehlt bei Fressunlust oder weniger Kot eine zeitnahe tierärztliche Versorgung.
Fachhinweise zu Kaninchen ansehen (öffnet in neuem Tab)Vögel
Aufgeplustertes Gefieder, deutlich weniger Aktivität, Schwäche, eine veränderte Atmung oder Futteraufnahme sollten früh tierärztlich eingeordnet werden. Bei Vögeln ist es sinnvoll, eine mit der Tierart vertraute Praxis zu kontaktieren.
Krankheitszeichen bei Vögeln nachlesen (öffnet in neuem Tab)Wie dringend eine Veränderung ist, hängt von der Tierart und der jeweiligen Situation ab. Wenden Sie sich bei Fragen an eine Praxis, die mit Ihrem Tier vertraut ist.
Für den Anruf oder Termin
Diese Beobachtungen helfen beim Gespräch
Sie müssen die Ursache nicht selbst herausfinden. Wenn möglich, notieren Sie:
- Beginn und Verlauf der Veränderung
- Fressen und Trinken
- Urin und Kot
- Verhalten und Aktivität
- Medikamente, die Ihr Tier erhält
- Mögliche Aufnahme eines Fremd- oder Giftstoffs
Veterinärmedizinische Fachquellen
Die medizinischen Hinweise dieses Artikels orientieren sich an den folgenden veterinärmedizinischen Quellen. Sie ersetzen keine Untersuchung des einzelnen Tieres.
- Merck Veterinary Manual: Wann ein Tier tierärztlich vorgestellt werden sollte (öffnet in neuem Tab)
- Merck Veterinary Manual: Untersuchung und Erstversorgung bei Notfällen von Hund und Katze (öffnet in neuem Tab)
- Merck Veterinary Manual: Krankheitszeichen bei Heimvögeln (öffnet in neuem Tab)
- Merck Veterinary Manual: Verdauungsstörungen bei Kaninchen (öffnet in neuem Tab)
- Cornell Feline Health Center: Erkrankungen der unteren Harnwege bei Katzen (öffnet in neuem Tab)